Seit dem 08.06.2015 befinden sich die Beschäftigten der Deutschen Post im unbefristeten Streik. Laut der Tageszeitung junge Welt (jW) vom 17.06.2015 befinden sich derzeit bundesweit rund 20 000 Kolleginnen und Kollegen im Arbeitskampf, Tendenz steigend.

Ziel dieses Streiks ist es: Die von der Post ausgegliederten Regionalgesellschaften zurück in den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG zu holen und damit der Spaltung der Beschäftigten auf Lohnebene entgegenzuwirken. Nach Posthaustarif soll allen Beschäftigten der Post fast 18 Euro bezahlt werden. Bei den Regionalgesellschaften sind es im Schnitt 13 Euro. Es geht aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Arbeitszeit der Kolleginnen und Kollegen.

Bei den Regionalgesellschaften werden gut gerne auch mal 48 Stunden in der Woche gearbeitet, anstatt der 40 Stunden wie bei der Post AG (Quelle: Spiegel Nr 25). Deshalb fordert verdi die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden pro Woche, bei vollem Lohn und Personalausgleich.

Doch wie reagiert die Post AG auf diesen Streik?

Sie setzt Beamte und Taxifahrer als Streikbrecher ein. Auch Studierende versucht sie für kurzfristige Hilfsarbeiten zugewinnen. Die Gewerkschaft verdi forderte hingegen die Post AG dazu auf, den Einsatz von Streikbrechern zu unterlassen. Auch Werkverträge würden missbraucht, um billige Arbeitskräfte aus Osteuropa einzusetzen. Die Armut und Perspektivlosigkeit der Kolleginnen und Kollegen in ihren Heimatländern werde dadurch eiskalt ausgenutzt.

Doch die Post AG schreckt dabei vor nichts zurück: Teilweise werden die Streikbrecher »durch Seiteneingänge und zerschnittene Zäune zum Arbeitsplatz geschleust«, damit sie von den streikenden Kollegen unentdeckt blieben. Manche von ihnen würden gefragt, ob sie nicht noch ihre Familienangehörigen mitbringen könnten.

*Verständnis, Empathie und Solidarität? – Leider selten vorhanden in Deutschland…*

Wirft man einen Blick in breite Teile der Medien, so stellt man fest, wie die PolitikerInnen und die Öffentlichkeit über Streiks denken: Hass oder Wut auf die faulen ArbeiterInnen, die es wagen, den kapitalistischen Normalbetrieb einzuschränken oder ganz zu behindern!

Bei den erst kürzlich vergangenen Streiks von GDL und Cockpit (bei der Lufthansa), aber auch bei denen der ErzieherInnen und der Beschäftigten bei Amazon, gab es mehr Empörung als Verständnis. Um neben den Streikzielen auch gesellschaftliche Veränderungen oder wenigstens mehr Verständnis zu erzeugen, wäre eine Verbindung aller Streiks wünschenswert.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Thüringen steht den Kollegen der Post solidarisch zur Seite und unterstützt ihren Kampf um einen gemeinsamen Posthaustarifvertrag und einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden bei vollem Lohn und Personalausgleich.

Für uns ist Streik das wichtigste Kampfmittel, um unsere Interessen als kämpfende Kolleginnen und Kollegen, als GewerkschafterInnen durchzusetzen. Deshalb: durchhalten!

DKP Thüringen