Gestraffte Rede des Landesvorsitzenden der DKP zum 71. Jahrestag der Ermordung Thälmanns

Liebe Genossinnen und Genossen,

zum wiederholten Male stehen wir zusammen, Seite an Seite, hier an dieser Stelle und ehren Ernst Thälmann.

Heute, am 18. August, jährt sich zum 71. Mal der Tag, an dem Ernst Thälmann nach über elfjähriger Kerkerhaft in Buchenwald hinterrücks von den Faschisten ermordet wurde.

Genossen! Es ist höchste Zeit, auch in seinem Sinne zu handeln uns noch enger Zusammenzuschließen, denn die Situation macht ein Bündnis der Marxisten und Sozialisten als Voraussetzung für die Einheit der Arbeiterklasse im Bündnis mit allen anderen ausgebeuteten Klassen und Schichten erforderlich.

Den Kriegstreibern und Ausbeutern kann und muss sich die organisierte Arbeiterklasse bewusst entgegen stellen.

 

Diese historische Aufgabe ist noch nicht erfüllt. Die 1968 neuformierte legale KP in der BRD, die DKP, war von Beginn an auch die Partei Ernst Thälmanns. Mit und in dieser von der Thälmann KPD geprägten DKP hatte bis 1989 nicht wenige Erfolge und es mussten auch Niederlagen eingesteckt werden. Die größte Niederlage war die im Jahre 1989/90, als die Konterrevolution über die politische Erben Ernst Thälmanns siegten. Aber eines haben wir auf jeden Fall richtig gemacht - so wie Thälmann es gewollt und auch gemacht hätte: Wir haben die DKP erhalten. In der DKP sind nach 1989 Genossinnen und Genossen aus der SED und der SEW, darunter viele unserer bis heute aktiven älteren Genossen in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen.

Wir wollen auch in der Zusammenarbeit mit anderen kommunistischen Organisationen –den von Thälmann und seiner Partei vorgezeichneten revolutionären Weg weiter gehen, der da lautet:

Die Arbeiterklasse braucht in jeder Phase eine kommunistische, klassen -bewusste Partei, ausgerüstet mit der lebendigen Theorie und Wissenschaft des Marxismus-Leninismus und ihrer Geschichte, besonders der Geschichte der DDR, die die größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterklasse war und bleibt.

Als Kommunisten sagen wir klar und deutlich:

  • Wir wollen den revolutionären Bruch mit dem System der Ausbeutung von Menschen und der Natur.
  • Wir setzen auf die revolutionären Potenzen der Arbeiterklasse.
  • Wir gehen auch weiter über Höhen und Tiefen den Weg, der uns durch breite antimonopolistischen Bündnisse dazu befähigt, deutliche Schritte hin zu diesem revolutionären Bruch zu machen und Übergänge zur sozialistischen Umwälzung zu finden und neue Wege dahin zu eröffnen.
  • Wir bekämpfen Rassismus, Militarismus und Faschismus in allen seinen Spielarten.


Das ist der Auftrag und das Vermächtnis Ernst Thälmanns an alle Kommunisten und Sozialisten vor der Gefahr eines 3. Weltkrieges

Jeder der hier Anwesenden sollte für sich nachprüfen und darüber nachdenken, ob er auch mit diesen grundsätzlichen Positionen übereinstimmt und sich dann selbst die Frage stellt:

  • Weshalb gehen wir dann immer noch getrennte Wege?
  • Warum sind Kommunisten in den verschiedenen Organisationen und Parteien getrennt und überwinden nicht diese Spaltung, die uns im Klassenkampf gegen die Ausbeuterklasse schwächt?

Ernst Thälmann, konnte wie kein anderer mit einfachen und klaren Worten den Zusammenhang von Kapitalismus, Faschismus und Krieg darstellen. Dafür hassten und hassen ihn seine Feinde, auch heute noch. Ermordet haben sie ihn, aber die Ideale, für die Ernst Thälmann stand, sind unsterblich! Die Erinnerung an den kommunistischen Widerstand und die Widerstandskämpfer aus der Arbeiterbewegung soll aus den Köpfen der Menschen gelöscht werden. Die Toten des faschistischen Terrors, des Massenmords an den Juden, Sinti und Roma in Europa, die Millionen Kriegsopfer, insbesondere die der Völker der Sowjetunion, sind uns stets Mahnung, um unermüdlich gegen Faschismus und Krieg zu kämpfen. Erinnern wir uns immer, die Machtübertragung an Hitler am 30. Januar 1933 war auch möglich geworden, da die Einheit aller Antifaschistinnen und Antifaschisten, die Einheit der Arbeiterklasse nicht hergestellt werden konnte.

Lassen wir es nicht wieder soweit kommen.

Seit 1990 werden in Deutschland Morde durch Nazis verübt. Nicht erst die NSU-Morde haben gezeigt, welches Ausmaß an Brutalität der faschistische Terror in der BRD wieder erreicht hat. Nur gemeinsam können wir Antifaschistinnen und Antifaschisten den braunen Schlägern und Mördern, ihren Förderern und Nutznießern etwas entgegensetzen! Die kontinuierlichen und entschlossenen antifaschistischen Proteste und Blockaden wie bspw. in den vergangenen Tagen und Monaten gegen die Nazi-Umtriebe in Jena, Weimar, Saalfeld oder Suhl sind nur einige Beispiele für Erfolge, die erzielt werden können, wenn wir uns nicht spalten lassen.

Wir rufen auf:

  • Nur gemeinsam sind wir stark gegen Faschisten und Reaktion!
  • Weg mit der Totalitarismus- und Extremismustheorie,
  • der Formel „Rechts gleich Links“,
  • gegen Verharmlosung des Faschismus und der Kriminalisierung des Sozialismus!

Fest steht, dass das  Europa der Banken und Konzerne, konkret die Politik des deutschen Imperialismus, eine Reihe von Ländern – Griechenland, Portugal oder Spanien – in den Ruin getrieben haben. Die Menschen in diesen Ländern bezahlen diese Krise des Kapitals. Aber gleichzeitig wachsen faschistische Bewegungen in vielen Ländern Europas Die Vorgänge in der Ukraine lassen uns aufhorchen. gestützt auf Faschisten und Antisemiten, im Auftrag gegeben von den Großmächten Deutschland, Frankreich und den USA ist die KP der Ukraine verboten worden.Offenen Provokationen und Sanktionen gegenüber Russland. Ist das nicht ein Spiel mit dem Feuer?

Energisch fordern wir:

Stoppt den imperialistischen Raubzug gegen den Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Mali, Ukraine, Somalia, Jemen.Wir unterstützen die vom Joch der USA sich befreienden lathainamerikanischen Völker und im Besonderen unsere kubanischen Genossinnen und Genossen. Setzen wir den imperialistischen Kriegsbrandstiftern unseren Internationalismus in Wort und Tat entgegen!

Krieg dem Krieg! Krieg ist Mord!

Raus aus der NATO!

Wir nehmen den 71. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns zum Anlass, um auch jener Menschen zu gedenken, die Opfer faschistischer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt in der Gegenwart wurden und werden.Damit erfüllen wir schon jetzt das Vermächtnis von Ernst Thälmann als glühenden proletarischen Internationalisten!

Für die Aktionseinheit im Geiste Ernst Thälmanns.

RotFront